Über uns

Unsere Tradition

Das Schützenwesen in unserer Stadt ist eine der wenigen Institutionen, die auf eine Jahrhunderte lange Überlieferung zurückblicken kann. Im Laufe dieser Zeit haben sich Sinn und Zweck unserer Schützengesellschaft geändert. Sie ist gelegentlich, vorwiegend aus politischen Gründen, verboten gewesen. Auch haben Kriegs- und Notzeiten das Vereinsleben zeitweilig verhindert. Aber diese Unterbrechungen haben nie dazu geführt, dass die Tradition ganz verloren gegangen ist. Daher konnten wir  immer da anknüpfen, wo es aufgehört hatte. Auch in Zukunft gehen wir davon aus, dass sich unsere Traditionen in angemessenen Rahmen an die geänderten Bedingungen unserer Zeit und der unserer Kinder anpassen werden.

Mit der Stadtwerdung Nieheims vor mehr als 750 Jahren war auch das Recht und sogar die Pflicht verbunden, die Stadt mit einer wehrhaften Mauer zu umgeben. Wenn uns auch detaillierte Angaben zur Gründung des Schützenwesens in Nieheim fehlen, so ist doch anzunehmen, dass das Stadtrecht auch das Recht der Selbstverteidigung enthielt. Auf der heutigen Fahne aus dem Jahre 1952 befindet sich demnach auch die Jahreszahl 1280. Die Bürgerwehr wird sich aus der Bewachung der Stadt und ihrer ausgedehnten Feldmark in kriegserfüllten Zeiten als notwendig ergeben haben. Vor allem riefen die Wirren und Plünderungen des Dreißigjährigen und des Siebenjährigen Krieges die Bürger zur Waffe. Quellen berichten, dass sich in Nieheim neben der allgemeinen Wehrpflicht noch eine besondere Wehrorganisation heranbildete: die Schützenbrüder. Ihr gehörte jeder verheiratete Mann mit tadellosem Ruf an.

Der älteste Schützenbrief –Trinitatis 1659 – wurde zur Regierungszeit des Fürstbischofs von Paderborn, Theodor von der Recke (1650 – 1661) verfasst. Nach Ausstellung des ersten Briefes findet sich in den Schützenakten noch ein zweiter Brief von dem Fürstbischof Wilhelm Anton von der Asseburg, datiert: Neuhaus, 23. Juni 1769. Durch diesen Brief wurden der nunmehrigen Schützengesellschaft manche Rechte genommen. Die darin enthaltene Satzung ist im Grundsatz noch heute gültig.


Unsere Organisation

Unser Schützenvorstand besteht traditionell aus den beiden Obersten, dem Kommandeur, Adjutant, Offizieren,  Fähnrich, zwei Scheffern, die das Rechnung- und Kassenwesen erledigen und gleichzeitig als Fahnenoffiziere fungieren. 

Die Schützen sind in Rotten eingeteilt. Jedes Rott zählt ca. 12 Mann und wird von einem Unteroffizier geleitet, der den Titel Rottmeister führt. Die Rottmeister werden durch den gesamten Vorstand gewählt. Reißt der Tod eine Lücke oder legt ein Vorstandsmitglied sein Amt nieder, so rücken die Übrigen nach dem Dienstalter auf. Jeder I. Oberst kann als solcher nur ein Schützenfest anführen. Beim folgenden Fest muss er zurücktreten, es folgt ihm der nächste Rangälteste.

Unsere aktuelle Rangliste finden Sie hier.


Unser Schützenfest

Höhepunkt für unsere Gesellschaft ist das alle drei Jahre stattfindende Alt-Schützenfest. Unsere Schützen treffen sich dabei am Sonntagmittag auf der Marktstraße. Getragen wird ein schwarzer Anzug, weißes Hemd mit grauer Krawatte, ein Zylinder als Kopfbedeckung und ein Holzgewehr. Danach werden die Rottmeister und Schützen der Reihe nach zu Rotten zusammengeführt. Dabei kann es sein, dass sich in einem Rott von Fest zu Fest immer andere Schützen zusammenfinden. Auch der Rottmeister wechselt sein Rott von Mal zu mal. Diese Gemeinschaft bleibt die drei Jahre bis zum nächsten Fest erhalten. Unterjährig treffen sich Rottmeister und Schützen gelegentlich zum gemütlichen Beisammensein. Der Mitgliedsbeitrag wird am Sonntag des Schützenfestes erhoben. Es gibt also, wie bei anderen Vereinen, keine starren Strukturen sondern eine lockere Gemeinschaft, die das Schützenfest und die folgenden Jahre miteinander feiert.Unser König wird am Montag des Schützenfestes während des Frühstücks durch Luftgewehrschießen auf Scheibe ermittelt. Jeder Schütze hat dabei erst einmal einen Schuss. Die besten Schützen kommen danach zum Stechen zusammen, wobei in mehreren Durchgängen der beste Schütze als König ermittelt wird. Der König erwählt sich eine Königin und vier Hofdamen, die zusammen die kommenden Jahre bis zum nächsten Schützenfest regieren.


Unser Fazit

Auf dieser Internetseite finden Sie viele schöne Bilder von unserer Gemeinschaft, unseren Schützenfesten und anderen Veranstaltungen zwischen den Festen. Wir freuen uns, wenn wir viele neue Schützen für unsere Gemeinschaft gewinnen können. Außer einem Zylinder (den es auch über unserer Zylinderbörse gibt) braucht es dafür nicht viel. 

Ihre Alte Schützengesellschaft Nieheim